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Arbeitsheilstätten und Therapie

Am 16. Mai 1934 wurde die erste Arbeitsheilstätte 'Auf dem Bühl' in Schömberg mit 24 Patienten in Betrieb genommen.

Zunächst war das Haus verwaltungsmäßig der Volksheilstätte Charlottenhöhe angeschlossen. Es erschein notwendig, die Arbeitsheilstätte sich weiter vollständig allein entwickeln zu lassen. Nur die ärztliche Leitung blieb in einer Hand, um damit auch den inneren Zusammenhang zu gewährleisten.
Die starke Nachfrage nach Betten veranlasste den Verein für Volksheilstätten, am 01. Mai 1940 eine Erweiterung der Arbeitsheilstätte vorzunehmen.

Es wurde 1942 die Kurpension 'Schwarzwald' in Schömberg am Leipziger Platz langfristig gepachtet und weitere 22 Betten belegt und eingerichtet.
Die Heilstätte 'Bühl' wurde das Haus für Männer - Die Heilstätte 'Schwarzwald' war für die Frauen vorgesehen.

Ein großes Problem war die Arbeitsbeschaffung. Nach einiger Planung, wurden u. A. folgende Arbeiten ausgeführt:

- Schreib- und Vervielfältigungsarbeiten
- Kettenringe fixieren
- Fabrikation von Wäscheklammern
- Buchbinderei
- Näherei und Bügelei
- Feinmechanische Arbeiten (Prüf- und Bohrarbeiten)
- Schreinerei
- Lesepultfabrikation
- Nagelarbeiten für Holzhäuser
- leichte Garten- und Küchenarbeiten
- Fabrikation von Rosenkränzen

Es wurde stehts darauf geachtet, den Kranken nicht zu schwere Arbeit zuzumuten.
Der Arbeitstag wurde durch viele Liegekuren unterbrochen.

Am 01. Mai 1942 wurde das Altersheim der Methodisten im nahen Schwarzenberg, Kreis Calw, unter günstigen Bedingungen erworben.
Es wurde sofort als weitere Arbeitsheilstätte in Betrieb genommen.

Nun bestand die Möglichkeit in den drei Häusern vorerst 40 Männer und 40 Frauen unterzubringen.
Dies konnte im Lauf der Zeit und durch Umbaumaßnahmen auf 150 Betten erhöht werden.

Es wurden täglich zwischen 3 und 6 Stunden gearbeitet - je nach dem individuellen Gesundheitszustand eines Patienten.

Der Verdienst lag zwischen 13 und 50 Pfennig pro Arbeitsstunde.

Im Allgemeinen genossen die Patienten in den Unterkünften der Arbeitsheilstätten größere Freiheiten als in der Charlottenhöhe, da beispielsweise Fernseher zur Verfügung standen und Raucherzimmer eingerichtet wurden.